Ein ehemaliges Projekt der Niedersächsischen Landesregierung soll scheinbar still und heimlich beerdigt werden. Auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag zur Zukunft der 56 Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen teilt die Landesregierung mit, dass an eine Fortführung der Förderung nach Ablauf dieses Jahres nicht gedacht sei. „Das werden wir so nicht akzeptieren“, sagt Marco Brunotte, Landtagsabgeordneter für Langenhagen.
„Ministerin von der Leyen hat sich mit ihrem Projekt der Mehrgenerationenhäuser in Hannover und in Berlin profiliert und gebrüstet. Mit großem Tamtam ist sie damit übers Land gezogen, wohl wissend, dass nach Ablauf der staatlichen Förderung Schluss sein wird mit aller Herrlichkeit. Frau von der Leyen hat mit den Hoffnungen und Wünschen der Menschen, den Lebensplanungen der Beschäftigten und nicht zuletzt mit Steuergeld gespielt, um sich selbst in den Vordergrund zu stellen“, sagt Marco Brunotte.
2003 hatte die damalige Sozialministerin die Einrichtung von Mehrgenerationenhäusern in Niedersachsen mit Landesmitteln angeschoben. 2005 als Bundesfamilienministerin setzte sie auf Bundesebene das Programm mit Bundesmitteln fort. In Niedersachsen bestehende Mehrgenerationenhäuser wurden in das Bundesprogramm übernommen. Ende 2011 läuft die Bundesförderung für das MGH Langenhagen in Höhe von jährlich 40.000,00 Euro aus. Die Zukunft bleibt offen.
„Frau Özkan als Nach-Nachfolgerin von Frau von der Leyen hat das Interesse an dem Projekt offenbar verloren. Uns wird lapidar mitgeteilt, die Kommunen müssten nun zusehen, wie es mit den Mehrgenerationenhäusern weitergehe, für weitere Förderung sei der Bund zuständig, das Land sehe eine Unterstützung jedenfalls nicht vor“, fasst Marco Brunotte die Antwort der jetzigen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) zusammen. So sehe keine Wertschätzung für ein wichtiges Angebot in den Kommunen aus.
In den nächsten Monaten sei Politik gefordert, für eine verlässliche Zukunft der Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen zu sorgen. „Die verschiedenen Ebenen müssen gemeinsam nach einer Lösung suchen“, fordert Marco Brunotte, „deshalb müssen Bund, Land und Kommune an einem Strang ziehen und dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.“ Zusammen mit der Langenhagener Bundestagsabgeordneten Caren Marks wolle er nach einem tragfähigen Konzept suchen. Dabei sei eine dauerhafte, institutionelle Förderung Grundvoraussetzung.
„Ich will, dass die Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen mit ihrem unverzichtbaren Angebot Zukunft haben“, sagt Marco Brunotte, „und nicht alle Jahre wieder um ihre Förderung bangen müssen.“